Glöckner: „Wer Verantwortung trägt, sollte Brücken bauen – nicht Gräben ziehen“
„Diese Last von über 100 Milliarden Euro ist alles andere als generationengerecht“ – mit dieser Aussage stellt sich die junge Gruppe der Union öffentlich gegen das Rentenpaket der Bundesregierung. Für die SPD-Bundestagsabgeordnete Angelika Glöckner ist das ein falsches Signal: „Gerade jetzt, wo sich die Koalition erst kürzlich in Würzburg auf eine bessere Zusammenarbeit verständigt hat, sucht die CDU erneut die Konfrontation – ausgerechnet bei einem Thema, das für die Menschen im Land existenziell ist.“
Das Rentenpaket sichert das Rentenniveau von mindestens 48 Prozent für heutige und künftige Rentner dauerhaft ab, stärkt Betriebs- und Privatvorsorge und schließt mit der Mütterrente eine lange bestehende Gerechtigkeitslücke. Dass nun junge Unionsabgeordnete öffentlich dagegenhalten sei widersprüchlich, so Glöckner: „Gerade die Kosten der Mütterrente wurde in ihrer in Reihen von CDU/CSU vehement verteidigt.“
Die Frage zuverlässiger Renten künftiger Generationen sei zwar nachvollziehbar – „aber sie ist fehladressiert“, erklärt Glöckner. „Kritik, die eigentlich an die eigene Fraktionsführung gehört, sollte nicht auf dem Rücken des Koalitionspartners ausgetragen werden.“ Die SPD bleibe der verlässliche Partner in dieser Regierung: „Wir wollen gemeinsam Probleme anpacken, die Probleme der Menschen lösen und nicht zusätzliche Grabenkämpfe führen. Die Junge Gruppe ist herzlich eingeladen, konstruktiv mitzuwirken.“
Angelika Glöckner: „Wenn von Milliardenlasten die Rede ist, sollte man die Relationen nicht vergessen: Jedes Jahr entgehen dem Staat rund 100 Milliarden Euro durch Steuerhinterziehung – genau die Summe, die jetzt dramatisch beschworen wird. Einsparungen dürfen nicht auf dem Rücken derer erfolgen, die Jahrzehnte lang gearbeitet und in die Rentenkassen eingezahlt haben. Wer wirklich Verantwortung für künftige Generationen übernehmen will, sollte über gerechte Steuerpolitik reden – und nicht über Kürzungen bei den Rentnerinnen und Rentnern. Viele Rentnerinnen und Rentner in unserer Region haben eine unterbrochene Erwerbsbiografie, das gilt vor allem für Frauen die häufig die Familienarbeit geleistet haben. Gerade deshalb ist es wichtig, dass sich die Menschen auf ihre Rente verlassen können.“
Mit dem Rentenpaket setzt die SPD ihr zentrales sozialpolitisches Versprechen um: eine sichere Rente, die die Lebensleistung der Menschen anerkennt. Glöckner abschließend: „Das ist kein Geschenk, sondern eine Frage des Respekts gegenüber allen, die Rentenbeiträge eingezahlt haben.“, so die Abgeordnete und wirbt um eine enge Kooperation der Koalitionspartner in der Rentenfrage.