Französischfachkraft Christelle Dahlem erläutert das Französisch-Diplom
Kröppen, 22. Januar 2026 – Anlässlich des Deutsch-Französischen Tages besuchte die SPD-Bundestagsabgeordnete Angelika Glöckner die kommunale Kindertagesstätte in Kröppen und setzte damit ein starkes Zeichen für die Bedeutung frühkindlicher bilingualer Bildung in der Grenzregion.
Wie bereits in den vergangenen Jahren nutzte Glöckner den symbolträchtigen Tag, um sich vor Ort ein Bild von deutsch-französischen Bildungsprojekten zu machen und den Austausch mit kommunalen Verantwortungsträgern beiderseits der Grenze zu suchen. Gemeinsam mit den Bürgermeistern aus Deutschland und Frankreich stand dabei vor allem eine Frage im Mittelpunkt: Wie kann gelebte Nachbarschaft schon im Kindesalter beginnen?
Die Kita in Kröppen gehört – zusammen mit 23 weiteren Einrichtungen im Wahlkreis Pirmasens/Zweibrücken – zum Netzwerk der sogenannten „Elysée-Kitas“. Dieses Gütesiegel wird auf Grundlage eines deutsch-französischen Abkommens an Kindertagesstätten verliehen, die Kinder frühzeitig und spielerisch an die französische Sprache und Kultur heranführen.
Ortsbürgermeister Steffen Schwarz erläuterte die pädagogischen und organisatorischen Voraussetzungen für die Zertifizierung, während die Französischfachkraft Christelle Dahlem anschauliche Einblicke in den Kita-Alltag gab: von täglicher Sprachförderung über gelebte französische Bräuche bis hin zu bereits realisierten Begegnungen mit der École maternelle im französischen Waldhouse. „Sprache wird hier nicht gelernt, sie wird gelebt“, so Dahlem.
Im gemeinsamen Austausch mit Christian Schwalbach, Bürgermeister der französischen Nachbargemeinde Walschbronn, wurde deutlich, wie entscheidend frühkindliche Sprachbildung für das Zusammenwachsen der Grenzregion ist. Angelika Glöckner unterstrich: „Deutsch-französische Sprachbildung von klein auf ist mehr als Unterricht. Sie ist eine Investition in gegenseitiges Vertrauen, Respekt und ein gemeinsames europäisches Zuhause.“
Besorgt zeigte sich die Abgeordnete mit Blick auf aktuelle Studien, wonach die Zahl der Menschen in Deutschland mit Französischkenntnissen in den vergangenen Jahren um rund 15 Prozent zurückgegangen ist. Umso wichtiger seien attraktive Austauschformate und niedrigschwellige Bildungsangebote – insbesondere für Kinder. Glöckner bot den anwesenden Kommunalpolitikern zudem ihre Unterstützung bei Anliegen aus der Grenzregion an. Als Mitglied im Vorstand der Deutsch-Französischen Parlamentarischen Versammlung sowie im Ausschuss für grenzüberschreitende Zusammenarbeit bringe sie diese Themen regelmäßig auf Bundesebene ein.
Ein besonderer Moment des Besuchs war der Stuhlkreis der Kita-Kinder, die stolz präsentierten, was sie bereits auf Französisch gelernt hatten. Zum Abschluss des Treffens wurde gemeinsam eine frisch gebackene Galette des Rois, der traditionelle französische Dreikönigskuchen, genossen – ein genussvoller Beweis dafür, wie kultureller Austausch im Alltag gelingen kann.
Um als Elysée-Kita zertifiziert zu werden, müssen Einrichtungen festgelegte pädagogische und organisatorische Kriterien erfüllen, die in einer gemeinsamen deutsch-französischen Qualitätscharta definiert sind. Angelika Glöckner ruft daher alle interessierten Kommunen dazu auf, dem aktuellen Aufruf des rheinland-pfälzischen Bildungsministeriums zu folgen und sich noch bis 20. Februar 2026 um eine Zertifizierung zu bewerben.
„Jede neue Elysée-Kita ist ein Gewinn für unsere Kinder – und für die Zukunft Europas“, so Glöckner abschließend.